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Russländische Kultur im Exil: Transformation kulturellen Schaffens im Angesicht von Krieg, Zensur und Migration

28. Mai 2026 18:00 20:00

Wenn Kunst und Kultur in Russland staatlicher Zensur unterworfen werden und kritische Stimmen im öffentlichen Raum keinen Platz mehr haben, suchen sich Kulturschaffende ihre Freiräume zunehmend im Exil.

Der russische Angriff auf die Ukraine hat auch ihr Wirken in Deutschland maßgeblich beeinflusst. Sie setzen sich aus heterogenen Perspektiven mit Fragen zu ihrer eigenen Identität, unter anderem nicht-russischer Herkunft, der Mehrsprachigkeit in ihrer Heimat und den Folgen der erzwungenen Migration auseinander.

 

Im Zentrum der Veranstaltung steht daher die Frage: Wie setzen sich die Kulturschaffenden, die aus dem politischen Gebilde der Russischen Föderation stammen, mit Fragen des Antiimperialismus und Dekolonialismus auseinander? Welche neuen Formen des Ausdrucks, Austauschs und der Vermittlung entstehen im Exil unter dem Eindruck von Migration, Zensur und Krieg?

 

Die Veranstaltung kombiniert Diskussion und künstlerische Beiträge.

 

Die Veranstaltung wird von der Historikerin und langjährigem LKF-Beiratsmitglied Katharina Heinrich moderiert.

 

Alexander Delphinov (*1971 in Moskau, bürgerlich: Smirnov nach dem Vater, der seinen jüdischen Namen Grinberg in einen russischen änderte) ist Dichter, Journalist und Spoken-Word-Artist. Er ist Mitbegründer des Berliner Kulturzentrums PANDA platforma. Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 nimmt er eine pro-ukrainische Haltung ein. In den Jahren 2022–2025 nahm er an Theaterlesungen von Arthur Solomonovs Stücken in Prag und Berlin teil, deren Erlös der Ukraine zugutekam. Delphinov ist mehrfach ausgezeichneter Poetry-Slammer, unter anderem Gewinner des internationalen Poetry Slams beim Literaturfestival in Berlin (2007) sowie des internationalen Peotry Slams in Jerusalem (Dezember 2016). 2023 erschien beim Tweeback Verlag in Übersetzung von Heinrich Siemens sein Prosaband »Der verborgene Fluss«. Seit 2001 lebt und arbeitet er in Berlin.

 

Seseg Jigjitova ist eine in Berlin lebende Illustratorin aus der Republik Burjatien in Südsibirien und tritt öffentlich gegen die russische Kolonialpolitik ein. Im Zuge von Russlands großangelegtem Angriffskrieg gegen die Ukraine setzt sie sich engagiert gegen den Krieg sowie für die Rechte indigener Völker und ethnischer Minderheiten von der russischen Föderation ein. Sie ist Gründerin des Nomads Indigenous Collective e.V. in Berlin; der Verein organisiert Veranstaltungen, offene Diskussionen, die sich dekolonialen Themen widmen. Dabei fördert sie insbesondere den Dialog zwischen ukrainischen und russländischen Experten, mit einem Fokus auf ethnische Minderheiten der RF. Ihre illustratorische Arbeit umfasst Infografiken, Poster, Comics sowie visuelle Konzepte für Print- und digitale Medien. Sie lebt seit 2002 in Berlin.

 

Mikhail Kaluzhsky ist Schriftsteller, Dramatiker und Forscher zu russischer Theaterzensur sowie zur russischen Theaterszene im Exil. Seit 2023 untersucht er die Folgen der Emigration zahlreicher Kulturschaffender nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine und dokumentiert die Prozesse, Netzwerke und Arbeitsbedingungen russischer Theaterakteure im Exil.
Von 2010 bis 2012 war er Kurator des dokumentarischen Programms des Josef-Beuys-Theater in Moskau, von 2012 bis 2014 leitete er das Theaterprogramm des Sacharow-Zentrum. Er ist Autor zahlreicher dokumentarischer Theaterstücke und zweier Romane sowie Co-Autor – gemeinsam mit Yana Meerzon – der ersten Monografie über russische Theaterzensur, Performing Censorship: The Russian Case.
Außerdem moderiert er den Theaterpodcast Zakati scenu. Seit 2015 lebt und arbeitet er in Berlin.

 

Die Veranstaltung wird auf dem YouTube-Kanal des Lew Kopelew Forums übertragen.

Der Büchertisch wird über „Der andere Buchladen“ organisiert.

 

28. Mai 2026, 18:00 Uhr – 20:00 Uhr
Lew Kopelew Forum e.V., Neumarkt 18, Köln, 50667
Präsenz und Online
Abendkasse (UKB): 5,00 – 15,00 Euro (Mitglieder 2,50)
Sprachen: Deutsch, Russisch, Englisch (mehrsprachige Beiträge)

 

Bildnachweise: Nadezhda Ukhanova, Seseg Jigjitova, Natalia Smirnova

Unkostenbeitrag:

€5 – €15

Veranstaltungsort:

Lew Kopelew Forum e.V.

Neumarkt 18
Köln, 50667