„Alles in diesem Buch ist wahr“
So beginnt Anatoli Kusnezows literarisches Dokument über das Massaker von Babyn Jar 1941, bei dem in einer Schlucht nahe Kyjiw innerhalb von zwei Tagen mehr als 33.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Kusnezow, damals zwölf Jahre alt, beschreibt den deutschen Einmarsch, die Besatzung und die Rückeroberung durch die Rote Armee. Jahrzehnte später entstand mit Babyn Jar ein Werk über Grausamkeit, Angst, Hunger und Überleben.
In der Sowjetunion wurde der Text zensiert; erst nach Kusnezows Flucht in den Westen erschien er in vollständiger Fassung. Die Neuübersetzung von Christiane Körner macht das Werk in seiner sprachlichen und historischen Dringlichkeit zugänglich.
Christiane Körner lebt als Übersetzerin und Publizistin in Frankfurt am Main. Sie hat Autoren wie Lidia Ginsburg, Alissa Ganijewa, Wassili Grossman und Dmitri Prigow ins Deutsche übertragen. 2017 erhielt sie den Paul-Celan-Preis für ihr Gesamtwerk.
Im Gespräch mit Dr. Bettina Kaibach (Übersetzerin und Slawistin) stellt Christiane Körner das Buch vor und spricht über ihre Übersetzungsarbeit.
Der Büchertisch wird in Kooperation mit Der andere Buchladen ausgerichtet.
Die Veranstaltung wird auf dem YouTube-Kanal des Lew Kopelew Forums übertragen.

