In einer feierlichen Mitgliederversammlung hat das Lew Kopelew Forum einen bedeutenden Wechsel an der Spitze des Vorstands vollzogen und zugleich die Weichen für die zukünftige Arbeit gestellt.

 

Nach prägender Amtszeit verabschiedet sich Thomas Roth aus dem Vorstand. Der ehemalige Tagesthemen-Moderator und langjährige Moskau-Korrespondent der ARD hatte den Vorsitz im Jahr 2018 übernommen und die Arbeit des Forums im Sinne seines Namensgebers mit großem Engagement, journalistischer Klarheit und internationaler Perspektive weitergeführt. Das Forum spricht ihm für seine Verdienste tiefen Dank und höchste Anerkennung aus. Zugleich bleibt er dem Lew Kopelew Forum weiterhin eng verbunden und wurde in den Beirat gewählt.

 

Zum neuen Vorsitzenden wurde Tom Buhrow gewählt. Der renommierte Journalist und frühere Vorsitzender der ARD und Intendant des WDR steht damit in einer besonderen Tradition: Bereits bis 2018 wurde der Vorsitz von Fritz Pleitgen ausgeübt, der ebenfalls als Intendant des WDR das Forum nachhaltig geprägt hat. Mit Herrn Buhrow übernimmt nun erneut eine herausragende Persönlichkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks diese verantwortungsvolle Aufgabe.

 

Als weiteres Mitglied des Vorstands wurde Birgit Virnich berufen. Die mehrfach ausgezeichnete Journalistin und langjährige TV-Redakteurin des WDR bringt umfassende mediale und inhaltliche Expertise in das Gremium ein und wird die inhaltliche Arbeit des Forums maßgeblich mitgestalten. Ihre erste Veranstaltung als Vorstandsmitglied im Lew Kopelew Forum wird sie am 20. April 2026 moderieren.

 

In ihren Ämtern bestätigt wurden Alexander Wüerst, Maria Klassen und Lars Clarenbach. Ihre Wiederwahl steht für Kontinuität und Vertrauen in die bisherige erfolgreiche Arbeit des Vorstands.

 

Auch der Beirat bleibt in bewährter Besetzung bestehen und wird durch die Wahl von Thomas Roth ergänzt: Dr. Vera Ammer, Katharina Heinrich, Waleria Radziejowska-Hahn, Georg Restle, Dr. Felix Riefer, Karl-Heinz Loose, Dr. Diana Siebert und Maria Birger wurden erneut gewählt und sichern damit die kontinuierliche Begleitung und Unterstützung der Arbeit des Forums.

 

Mit dieser Verbindung aus Erfahrung, Erneuerung und gemeinsamer Verantwortung sieht sich das Lew Kopelew Forum bestens gerüstet, seinen Beitrag für Menschenrechte, Dialog und kulturellem Austausch auch künftig kraftvoll fortzusetzen.

 

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Bild: V. l. n. r.: Der neu gewählte und bestätigte Vorstand des Lew Kopelew Forums – Lars Clarenbach, Maria Klassen, Tom Buhrow, Birgit Virnich und Alexander Wüerst. © Bernd-Michael Maurer

Was bewegt Frauen dazu, trotz Repressionen, Krieg und der Gefahr für ihre persönliche Freiheit oder ihr Leben für ihre Überzeugungen einzustehen?

Die Gegenwart ist geprägt von politischen Entwicklungen, in denen autoritäre Führungsstile wieder an Einfluss gewinnen. In vielen Ländern werden Menschenrechte eingeschränkt und demokratische Freiheiten unterdrückt. Individuelle Rechte zählen wenig, entscheidend sind die Interessen des Regimes. Der Mensch wird dabei zum Mittel staatlicher Machtpolitik. Frauen* werden häufig auf eine Rolle ohne politische Mitsprache reduziert und als Reproduktionsmittel betrachtet.

 

Doch gerade Frauen haben diese Regime wiederholt herausgefordert. Die Härte gegen ihren Kampf um die Freiheit macht die Angst der Autokraten deutlich.

 

Doch wie sieht dieser Kampf konkret aus? Was bewegt Frauen dazu, trotz Repressionen, Krieg und der Gefahr für ihre persönliche Freiheit oder ihr Leben für ihre Überzeugungen einzustehen? Und was können wir hier vor Ort daraus lernen?

 

Das Lew Kopelew Forum beleuchtet diese Frage aus verschiedenen regionalen Perspektiven und Positionen und hat verschiedene Rednerinnen eingeladen, die unter großem persönlichem Einsatz für die demokratische Freiheit einstehen.

 

Den Auftakt der Veranstaltungsreihe macht Maria Aljochina und stellt am 20. April 2026 um 18 Uhr – musikalisch begleitet von Eric J. Breitenbach – ihr Buch „Political Girl. Pussy Riot – Leben und Schicksal in Putins Russland“ im Lew Kopelew Forum vor. Die Moderation übernimmt Birgit Virnich.

 

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Als Mitbegründerin von Pussy Riot stellt Maria Aljochina eine der wichtigsten Stimmen globaler Protestkultur dar. Seit ihrem Punk-Gebet „Jungfrau Maria, verjage Putin“ in der Moskauer Christ-Erlöser Kathedrale, sind Maria Aljochina und ihre Mitstreiterinnen wiederholt Verhaftungen und Repressionen durch das russische Regime ausgesetzt. Trotzdem führen sie ihren Protest fort. Als der Krieg gegen die Ukraine beginnt und die russische Opposition zum Schweigen gebracht wird, protestieren sie und ihre Freunde weiter. Vor einer erneuten Gefängnisstrafe flieht Maria 2022 aus Russland – verkleidet als Essenslieferantin.

Sie wurde mit dem Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken ausgezeichnet.

 

Es besteht die Möglichkeit, Interviews mit den beteiligten Personen zu führen.

 

* „Frauen“ bezeichnet in diesem Text alle Personen, die sich als Frauen verstehen oder identifizieren.

 

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Bildnachweis: ©Misha Friedman

Unterstützung für die Ukraine, Sicherheit für Deutschland

In einem zivilgesellschaftlichen Bündnis rufen der deutsch-ukrainische Verein Blau-Gelbes Kreuz, das Lew Kopelew Forum sowie Pulse of Europe Köln am vierten Jahrestag der russischen Volloffensive in der Ukraine zu einer gemeinsamen Kundgebung auf:

 

Dienstag, 24.02.2026
19:00 Uhr
Roncalliplatz Köln

 

Von dem brutalen völker- und menschenrechtsverletzenden Krieg in der Ukraine ist nicht nur das ukrainische Volk unmittelbar betroffen. Auch die Sicherheit in Europa und in Deutschland wird dadurch grundlegend in Frage gestellt.

 

Pulse of Europe, Lew Kopelew Forum rufen die Politik sowie die Zivilgesellschaft dazu auf, die Ukraine weiter politisch, militärisch, wirtschaftlich und humanitär zu unterstützen: „Es ist wichtig, dass wir dies mit vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern an diesem traurigen Tag auf dem Roncalliplatz gemeinsam unterstreichen und mit der Ukraine solidarisch sind“, so das Bündnis.

 

Neben der stellvertretenden Ministerpräsidentin des Landes NRW Mona Neubaur und Europaminister und Staatskanzleichef Nathanael Liminski sowie Vertreterinnen und Vertretern im Rat der Stadt Köln vertretener Fraktionen haben u.a. die Honorarkonsuln der Ukraine Linda Mai und Jürgen Steinmetz und Arbeitgeber-Vorsitzender Gunnar Herrmann ihr Kommen zugesagt. Musikalisch wirken Mariana Sadovska, Tamara Lukasheva, Laura Marti sowie der Jungendchor St. Stephan an der Kundgebung mit. Auf dem Roncalliplatz werden auch zwei Rosenmontagswagen des Düsseldorfer Künstlers Jacques Tilly zu sehen sein, dem in Moskau ein politischer Scheinprozess droht.

 

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Bildnachweis: Mathias Reding

Kyjiwer Psychiater, politischer Häftling, Aktivist der ukrainischen Zivilgesellschaft:
Semjon Glusman (10.09.1946 – 16.02.2026)

Semjon Glusman gehörte zu den prominenten sowjetischen Dissidenten. Er setzte sich besonders ein gegen den Missbrauch der Psychiatrie in der Sowjetunion. Durch psychiatrische Zwangsbehandlung wurden missliebige Oppositionelle ausgeschaltet. Semjon Glusman – selbst Psychiater – deckte dieses Verbrechen auf. Für sein Engagement wurde er 1972 zu 7 Jahren Lagerhaft und 3 Jahren Verbannung verurteilt, die er vollständig verbüßen musste.

 

Ihm, einem aktiven Vertreter der ukrainischen Zivilgesellschaft, einem scharfen Kritiker der politischen Klasse und ukrainischen Patriot gehört der Satz: „Wir sind in der Lage zu lernen, europäisch zu leben“. Seit der russischen Vollinvasion in der Ukraine im Februar 2022 blieb er in Kyiw, half als Psychologe mit Rat und Tat. Die letzten Monate in Kälte, ohne Strom und Wasser raubten ihm seine Kräfte endgültig.

 

Bildnachweis: FSO 01-259

Weitergedacht, nicht neu erfunden: Unser neuer digitaler Auftritt

In den vergangenen Monaten hat sich bei uns vieles bewegt, auch hinter den Kulissen. Mit großer Sorgfalt, viel Austausch und ebenso viel Engagement haben wir intensiv an der Weiterentwicklung unseres visuellen Erscheinungsbildes und an der Neugestaltung unserer Website gearbeitet. Es war ein langer Prozess, der Zeit, Diskussionen und Entscheidungen erforderte, der uns aber zugleich inspiriert, motiviert und in unserer gemeinsamen Arbeit bestärkt hat.

 

Gemeinsam mit dem Vorstand, dem Beirat, der Geschäftsführung und unserer Brand- und Webdesignerin Anna Lina Orsin haben wir uns die Frage gestellt, wie wir unsere Inhalte klarer, zugänglicher und konsistenter darstellen können, ohne dabei unsere Werte, unsere Mission und das Erbe Lew Kopelews aus dem Blick zu verlieren. Ziel war es nicht, mit der Vergangenheit zu brechen, sondern sie weiterzudenken, ruhiger im Design, klarer in der Struktur und stärker auf Orientierung und Lesbarkeit ausgerichtet.

 

Ein sichtbares Ergebnis dieses Prozesses ist unser neues Logo. Der Name des Lew Kopelew Forums tritt nun deutlicher hervor, während die Unterschrift Lew Kopelews sowie unser charakteristisches Markenrot bewusst erhalten geblieben sind. Damit bleibt das Fundament unserer Arbeit, die Mission, die Werte und der geistige Bezug zu unserem Namensgeber, weiterhin sichtbar und lebendig.

 

Besonders danken möchten wir unserer Designerin Anna Lina Orsin, die diesen Prozess mit großer Professionalität, Geduld und einem feinen Gespür für Inhalt und Form begleitet hat. Ebenso gilt unser Dank allen Beiratsmitgliedern, die sich mit großem Engagement, konstruktiven Diskussionen und viel Zeit in diesen Entwicklungsprozess eingebracht haben. Ohne diese gemeinsame Arbeit wäre das Ergebnis nicht möglich gewesen.

 

Die neue Website ist ab sofort online.

Am 28. Januar 2026 wurde Juri Dmitriev 70 Jahre alt. Er verbrachte seinen Geburtstag unter unmenschlichen Bedingungen in der Hochsicherheitskolonie in Mordowien.

Dmitrievs gesundheitlicher Zustand hat sich durch die Haft stark verschlechtert. Statt einer angemessenen medizinischen Behandlung wird er regelmäßig bestraft, wenn es ihm körperlich schlecht geht: Er wurde mehrfach in Einzelhaft gesteckt, weil er tagsüber auf seinem Bett saß oder seine Morgengymnastik „nicht aktiv genug“ absolvierte. Trotz des Verdachts auf Krebs wurden ihm seit drei Jahren diagnostische Untersuchungen verweigert.

Für sein großes Engagement zur Aufklärung stalinistischer Verbrechen, das er trotz der Bedrohung seiner Freiheit in Russland fortführte, erhielt Juri Dmitriev 2020 den Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte. Vor seiner Haft gelang es ihm in „Sandarmoch“, einem der Hinrichtungsorte des GULAG Systems, die Identität von etwa 7.000 Erschossenen aus 56 Nationen zu klären, darunter auch Russlanddeutsche. Seine Forschungen waren einflussreichen Kreisen des russischen Staatsapparates unbequem – gerade in einer Zeit, in der Stalin und sein Wirken in der Öffentlichkeit zunehmend verharmlost werden.

In einem von unabhängigen Experten und Beobachtern als fingiert bezeichneten Prozess wurde Dmitriev zunächst freigesprochen. In einem weiteren Verfahren wurde dieser Urteilsspruch jedoch aufgehoben, und Dmitriev wurde nach verschärfter Anklage zu 13 Jahren Haft in einer Hochsicherheitskolonie verurteilt.

Das Lew Kopelew Forum fordert die sofortige Freilassung von Juri Dmitriev.

 

Hier können Sie die Petition von Mémorial-France unterschreiben

 

Bildnachweis: By Mediafond – Own work, CC BY-SA 4.0

Im Jahr 2025 hat sich unsere umfangreiche Arbeit in einer Vielzahl von Veranstaltungen widergespiegelt. Gemeinsam mit zahlreichen Expertinnen, Experten und Kulturschaffenden haben wir im Rahmen von 33 Veranstaltungen diskutiert, zugehört und uns ausgetauscht.

 

Wir danken allen, die das vergangene Jahr im Lew Kopelew Forum mitgestaltet und unsere Arbeit unterstützt haben: Unseren Mitgliedern für die Unterstützung unserer Arbeit, unseren Kooperationspartnern für die wertvolle Zusammenarbeit, den ehrenamtlichen Mitarbeitenden für ihr unermüdliches Engagement, den Referentinnen und Referenten für ihre spannenden Beiträge, den Moderatorinnen und Moderatoren und allen Gästen, die unsere Veranstaltungen mit Interesse und Aufmerksamkeit bereichert haben. Gemeinsam haben wir den Dialog gefördert, neue Perspektiven eröffnet und das Forum zu einem lebendigen Ort des Austauschs gemacht. Auch 2026 freuen wir uns darauf, diese Arbeit fortzuführen und gemeinsam weitere Impulse für Demokratie, Menschenrechte und Dialog zu setzen.

 

Weitere Informationen in unserer Pressemitteilung

Das Lew Kopelew Forum begrüßt mit großer Freude die Freilassung von Maria Kalesnikava sowie von 123 weiteren politischen Gefangenen in Belarus. Nach Angaben des belarusischen Menschenrechtszentrums Viasna befanden sich unter den Begnadigten 104 belarusische und fünf ukrainische Staatsbürger. Zu den Freigelassenen zählen auch der Friedensnobelpreisträger Ales Bjaljazki und der Rechtsanwalt Maxim Znak.

 

Maria Kalesnikava, Trägerin des Lew Kopelew Preises 2021 (Link: Lew Kopelew Preis 2020 und 2021), war zum Zeitpunkt der Auszeichnung unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert. Wie viele andere politische Gefangene war sie während ihrer Gefangenschaft Isolationshaft und Verweigerung medizinischer Versorgung ausgesetzt, die ihr Leben gefährdete. Ihre Freilassung ist ein Zeichen der Hoffnung.

 

Gleichzeitig dürfen die vielen Menschen nicht vergessen werden, die weiterhin aus politischen Gründen in Belarus in Haft sind und den unmenschlichen Haftbedingungen ausgesetzt sind. Dazu gehören Valiantsin Stefanovic, Marfa Rabkova und Nasta Loika sowie zahlreiche Journalisten, Menschenrechtsverteidiger, Anwälte und Gewerkschafter.
Das Lew Kopelew Forum fordert mit Nachdruck die unverzügliche Freilassung aller politischen Gefangenen in Belarus sowie in Russland und aller zivilen Gefangenen in den besetzten Gebieten der Ukraine. Freiheit, Menschenrechte und demokratische Werte müssen überall geschützt werden.

 

Bildquelle: Koordinierungszentrale für die Behandlung ukrainischer Kriegsgefangener (https://koordshtab.gov.ua/posts/bilorus-peredala-ukrayini-114-tsyvilnykh-hromadyan-sered-nykh-ukrayintsi-2760)

Der Historiker Karl Schlögel erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass Karl Schlögel zu den profiliertesten Kennern der russischen und osteuropäischen Geschichte gehört und in seinen Werken empirische Geschichtsschreibung mit persönlichen Erfahrungen verbindet.

Der Vorstand und Beirat des Lew Kopelew Forums gratulieren Karl Schlögel herzlich zu dieser herausragenden Ehrung.

 

„Nach der Annexion der Krim durch Russland hat Karl Schlögel seinen und unseren Blick auf die Ukraine geschärft und sich aufrichtig mit den blinden Flecken der deutschen Wahrnehmung auseinandergesetzt. Als einer der Ersten hat er vor der aggressiven Expansionspolitik Wladimir Putins und seinem autoritär-nationalistischen Machtanspruch gewarnt. Eindrücklich beschreibt er die Ukraine als Teil Europas und fordert auf, das Land um unserer gemeinsamen Zukunft willen zu verteidigen. Seine Mahnung an uns: Ohne eine freie Ukraine kann es keinen Frieden in Europa geben.“

Begründung der Jury, Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (2025).

 

Bildnachweis: CC BY-SA 4.0 Heike Huslage-Koch

 

Leuchtfeuer der Freiheit

Mit großer Betroffenheit und Trauer nimmt das Lew Kopelew Forum die Nachricht vom Tod des großen Liberalen Gerhart Baum auf. Ein Mann, der sein gesamtes politisches Leben für die Freiheit, die Menschenrechte und die Werte der offenen und demokratischen Gesellschaft stand. Er war darin vielen Menschen wichtige Orientierung und bedeutendes Vorbild – auch für uns.

Aus Anlass unserer Verleihung des „Lew Kopelew Preises für Frieden und Menschenrechte“ in der Halle der Kreissparkasse Köln rief er vor einem knappen Jahr im Juni 2024 uns allen den „Wert der Freiheit“ in Erinnerung: „Die Menschen haben vergessen, was Freiheit bedeutet.“ Und weiter appellierte er: „In der Ukraine sitzen die Menschen in ihren Kellern und wissen nicht, was im nächsten Moment passiert. Das muss aufhören.“

In einem flammenden Appell erinnerte er bei der Preisverleihung daran, dass in der Vergangenheit lange für eine friedliche Weltordnung gerungen wurde. Auch deshalb verurteilte er den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine als Bruch des Völkerrechts.

Lew Kopelew, der zehn Jahre in Unfreiheit im sowjetischen Gulag inhaftiert war und nach seiner Zwangsausbürgerung bis zu seinem Tod im Kölner Exil lebte, hatte große Achtung und Respekt für Gerhart Baum. Das gleiche galt auch umgekehrt.

Gerhart Baums Stimme wird uns fehlen. Wir werden in unserer Arbeit an ihn und seine Werte erinnern.

 

Bildnachweis: Horst Galuschka