Wie kann ein Mensch unter extremen Haftbedingungen seine Würde bewahren? Mit welchen Mitteln versucht ein autoritärer Staat, gesellschaftlichen Protest zu unterdrücken? Und warum ist es so wichtig, diese Mechanismen zu verstehen, um ihnen wirksam entgegentreten zu können?
Am Dienstag, dem 3. November 2026, um 18:00 Uhr ist der belarusische Autor, Publizist und politische Analyst Mikola Dziadok im Lew Kopelew Forum in Köln zu Gast.
Dziadok war insgesamt fast zehn Jahre aus politischen Gründen inhaftiert. Seine Erfahrungen mit dem belarusischen Strafvollzug und seine Auseinandersetzung mit den Mechanismen staatlicher Repression stehen im Mittelpunkt seiner beiden Bücher, die er an diesem Abend vorstellen wird.
In „Апавяданні з кішэняў“ („Erzählungen aus den Taschen“) berichtet er von sieben Monaten in Einzelhaft im Gefängnis von Hrodna. Das Buch dokumentiert physische und psychische Gewalt und beschreibt den Versuch, aus den eigenen Erfahrungen eine Art Überlebensanleitung zu entwickeln: Wie lässt sich selbst unter extremem Druck die eigene Würde und innere Widerstandskraft bewahren?
Sein im Oktober 2026 erschienenes Buch „Тэхналогіі контррэвалюцыі“ („Technologien der Konterrevolution“) erweitert den Blick von der persönlichen Erfahrung auf die Funktionsweise autoritärer Herrschaft.
Neben der Vorstellung der beiden Bücher bietet der Abend Gelegenheit zum persönlichen Gespräch mit dem Autor. Im Mittelpunkt stehen seine Erfahrungen, die politische Repression in Belarus, Möglichkeiten des Widerstands und die Zukunft des Landes. Fragen aus dem Publikum sind herzlich willkommen.
Außerdem bringt Mikola Dziadok sein deutschsprachiges Buch „Die Farben einer parallelen Welt. Haft in Belarus“ mit.
3. November 2026 um 18:00 Uhr
Im Lew Kopelew Forum am Neumarkt 18, 50667 Köln
Präsenz
Eintritt frei
Sprachen: Belarusisch. Flüsterübersetzung ins Deutsche.
Die Veranstaltung wird von Kamaroŭka – einem internationalen Online-Marktplatz für belarusische Produkte und Bücher – in Kooperation mit dem Lew Kopelew Forum organisiert.
Foto: © Anna Novak

