Der Holodomor 1932/33 zählt zu den größten menschengemachten Katastrophen Europas im 20. Jahrhundert.
Millionen von Ukrainerinnen und Ukrainern starben infolge der stalinistischen Zwangskollektivierung, massiver Getreidebeschlagnahmungen und der bewussten Isolierung ganzer Regionen. Die Hungersnot wurde jahrzehntelang verschwiegen, ihre Erinnerung unterdrückt. Erst nach dem Zerfall der Sowjetunion konnte das volle Ausmaß dieses Verbrechens historisch aufgearbeitet werden. Heute ist er ein zentraler Aspekt der Erinnerungskultur in der Ukraine. Die Anerkennung des Holodomor als Völkermord durch verschiedene Staaten hat zu einer stärkeren Verankerung in der europäischen und internationalen Erinnerungskultur beigetragen – während Russland versucht, diese Erinnerung auszulöschen.
Vor diesem Hintergrund präsentiert die Ausstellung „Wieso seid ihr noch am Leben? Der Holodomor 1932/33“ die politische Vorgeschichte, den Verlauf und die Nachwirkungen sowie die Erinnerung und künstlerische Verarbeitung des Holodomor. Die Ausstellung wurde vom Ukrainischen Institut des Nationalen Gedenkens (UINP) und vom Holodomor-Museum in Kyjiw konzipiert und vom Mykola Haievoi Center of Modern History (LMU München/Katholische Universität L’viv) nach Deutschland geholt.
Organisator der Ausstellung in Köln ist das Lew Kopelew Forum, das im Rahmen dessen mit der Akademie für europäischen Menschenrechtsschutz, dem Slavischen Institut an der Universität Köln, der DGO-Zweigstelle Köln/Bonn und dem Blau-Gelben Kreuz e. V. kooperiert.
Die Ausstellungseröffnung findet am 29. Oktober 2026 von 18:00 bis 20:30 Uhr im Lew Kopelew Forum statt. Als Gast hält Tanja Penter, Professorin für Osteuropäische Geschichte an der Universität Heidelberg, den Vortrag „Der Holodomor und seine Nachgeschichte im Zweiten Weltkrieg“. Die Ausstellungseröffnung wird musikalisch durch die ukrainische Jazzmusikerin Kateryna Kravchenko und den Bassisten Béla Bluche begleitet.
Das Programm der Ausstellungseröffnung am 29.10.2026:
Begrüßung: Anastasia Koehler, Geschäftsführerin des Lew Kopelew Forums
Grußwort und Einführung in die Ausstellung: Dr. Gerhard Gnauck, Mykola Haievoi Center of Modern History (LMU München/Katholische Universität L’viv
Grußwort: Linda Mai (tbc.), Honorarkonsulin der Ukraine in Köln
Gastvortrag: Prof. Dr. Tanja Penter „Der Holodomor und seine Nachgeschichte im Zweiten Weltkrieg“
Musikalischer Abschluss: Kateryna Kravchenko und Béla Bluche
Abschließend: Ausstellungsbesuch im Foyer mit kleinem Empfang
Bitte um Anmeldung, per E-Mail oder unter https://forms.gle/4N7akaaqBAyFxB1A6
Laufzeit der Ausstellung: 29.10.2026 – 20.12.2026
Bild ©WikiCommons, Künstlerin: Zofię Nalepińską-Bojczuk

