Mit großer Detailgenauigkeit und Nähe beschreibt Ellie Unruh in ihrem für die Leipziger Buchmesse Roman die Geschichte der Menoniten.
Elli Unruh erzählt die Geschichte einer deutsch-mennonitischen Familie, die bis Ende der achtziger Jahre in der Sowjetunion, im südlichen Kasachstan, lebte. Sie taucht ein in die Zeit ihrer Vorfahren, Großeltern und Eltern. Einprägsam und lebendig schildert sie das Leben von Menschen, die durch den Lauf der Geschichte und ständig wechselnde Lebensumstände und -orte nicht mehr aus noch ein wissen, aber in Traditionen, Religion und eigener Sprache Halt finden.
Faszinierend lernt man eine ganz und gar fremde Welt kennen, fremde Lebensweisen, fremd auch, was das sowjetische System im Alltag betrifft mit der allgegenwärtigen Miliz und den »Bevollmächtigten«.
Geschrieben in einer einfachen, poetischen Sprache, die angereichert wird durch das Deutsch, das die Mennoniten aus Westpreußen nach Russland mitgebracht hatten – das Plautdietsch, das bis heute gesprochen wird. Das alles vor dem Hintergrund einer unbekannten, wunderschönen, fruchtbaren Landschaft mit riesigen Apfelplantagen, wilden Flüssen und weiten Steppen.
Die Veranstaltung wird von der Historikerin und langjährigem LKF-Beiratsmitglied Katharina Heinrich moderiert.
Diese Veranstaltung ist eine Kooperation des Lew Kopelew Forums und des Kulturreferats für Russlanddeutsche.
Elli Unruh, 1987 in Georgijewka (Kasachstan) geboren, wuchs in Süddeutschland auf. Sie arbeitet heute im Deutschen Literaturarchiv Marbach.
Für die Fertigstellung dieses, ihres ersten Romans erhielt sie eine Förderung der Kunststiftung sowie des Förderkreises für Schriftsteller:innen in Baden-Würrtemberg. Sie lebt mit ihrer Familie in Stuttgart.
Nominierung zum Preis der Leipziger Buchmesse 2026 Begründung der Jury:
Gehen oder bleiben, sprechen oder so lange schweigen, bis keine Zeit für einen Abschied bleibt? Elli Unruh erzählt klug, ergreifend und ohne jede Romantik von einer besonderen Kultur und findet dafür eine unerhörte Sprache, die alles zusammenfügt, was der Roman vor unseren Augen ausbreitet. Damit erschließt sie uns eine Welt, die fremd und mittlerweile versunken ist. Im Roman leuchtet sie in einer lebenssatten Frische, die ihresgleichen sucht.
14. September 2026, 18:00 Uhr – 20:00 Uhr
Lew Kopelew Forum e.V., Neumarkt 18, Köln, 50667
Präsenz und Online
Abendkasse (UKB): 5,00 – 15,00 Euro (Mitglieder 2,50)
Sprache: Deutsch

