Nach Jahren als politischer Häftling erwuchs aus seiner Auseinandersetzung mit dem Stalinismus und dem sowjetischen System sein Engagement für Demokratie, Freiheit und den Schutz derjenigen, deren Menschenrechte verletzt wurden. Nachdem er in der Sowjetunion ab Ende der 1960er Jahren aufgrund seiner offenen menschenrechtlichen Aktivitäten verfolgt und schließlich auf Breschnews Erlass zusammen mit seiner Frau Raissa Orlowa ausgebürgert worden war und seine Heimat verlassen musste, zog Lew Kopelew nach Köln – und fand dort eine zweite Heimat.
Der in der Ukraine geborene Humanist ruhte nicht. Er setzte sich im Exil für sowjetische Dissidentinnen und Dissidenten ein.
Für sein Engagement und sein Werk erhielt Lew Kopelew zahlreiche Ehrungen. Ihm wurde die Ehrendoktorwürde der Universität Köln verliehen, der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels sowie der Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis.
Zu seinen nahestehenden Freunden und Verbündeten gehörten unter anderem der Physiker und Nobelpreisträger Andrej Sacharow, der Schriftsteller und Nobelpreisträger Heinrich Böll und seiner Frau, der Übersetzerin und Lektorin Annemarie Böll, die Mitbegründerin und spätere Herausgeberin der Wochenzeitung DIE ZEIT Marion Gräfin Dönhoff, NRW-Ministerpräsident und späterer Bundespräsident Johannes Rau.
9. April 1912
1922–1927
1928–1933
1930
1933–1938
1938–1941
1941–1945
1945
1945–1954
1954–1957
1956
1957–1968
1962
1968
1968–1975
1973
1975
1976–1977
Weitere Publikationen in Deutschland:
„Verwandt und verfremdet“ (Frankfurt/Main)
„Aufbewahren für alle Zeit!“ (Hamburg)
„Verbietet die Verbote“ (Hamburg)
1979
ARD-Interview „Warum haben wir aufeinander geschossen?“
Gespräch mit Heinrich Böll, moderiert von Klaus Bednarz in Moskau
1980
Mai 1980
Friedrich-Gundolf-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt
Herbst 1980
Genehmigung eines Ausreisevisums zu einem einjährigen Studienaufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland
November 1980
Aufnahme bei Heinrich Böll; künftiger Wohnort Köln
1981
Januar 1981
Ausbürgerung aus der Sowjetunion
18. Oktober 1981
Erhält Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
„Heute müßte es bereits allen eindeutig klar sein, daß der Friede auf dieser Welt nur dann wirklich erhalten bleibt, wenn auch die Menschenrechte gesichert werden – die Rechte der kleinsten nationalen und sozialen Minderheiten und die Rechte jedes einzelnen Menschen. Deswegen sind alle, die sich heute für Menschenrechte einsetzen, wahre Friedenskämpfer.“
Lew Kopelew – Dankesrede
Seit dem Wintersemester 1981/82
1983
1990
1991
Erhält den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen
Erhält den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis, zusammen mit Anja Lundholm
1992
1993
31. Mai 1996
Tod von Raissa Orlowa in Köln
1996
Wiedererhalt der sowjetischen Staatsbürgerschaft
Dritte Ehe mit Maria Leonenko
18. Juni 1997
Tod von Lew Sinowjewitsch Kopelew in Köln
2015
2018
Entdecken Sie ausgewählte Buchpublikationen und Projekte von Lew Kopelew. Dieses und weiteres Anschauungs- und Dokumentationsmaterial zu Leben und Werk Lew Kopelews finden Sie in unserer Online-Bibliothek und in den Räumlichkeiten des Lew Kopelew Forums.
1977: Lew Kopelew
»Verbietet die Verbote!«
1981: Lew Kopelew
1984: Lew Kopelew
1985: Lew Kopelew
1985: Lew Kopelew
1987: Raissa Orlowa & Lew Kopelew
1987: Lew Kopelew
1988: Lew Kopelew
1989: Raissa Orlowa & Lew Kopelew
1991: Lew Kopelew
1996: Raissa Orlowa & Lew Kopelew
1997: Lew Kopelew
1997: Lew Kopelew
2006: Lew Kopelew
2011: Heinrich Böll & Lew Kopelew
»2011: Briefwechsel: Heinrich Böll – Lew Kopelew«